Begegnen – Teilen – Lernen
Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V.:
„Begegnen – Teilen – Lernen“ ist ein interkulturelles Projekt der ZBBS in Kooperation mit der RBZ Wirtschaft. In diesem Projekt sollen deutsche Schüler mit Flüchtlingen, die in der ZBBS Deutsch lernen zusammen geführt werden. Die Jugendlichen sollen in zwei gemischte Gruppen arbeitsfreundlicher Größe eingeteilt werden, um dann auf jeweils unterschiedliche Weise kreativ zu arbeiten.
Auf diese Weise sollen Flüchtlinge ohne sicheren Aufenthaltsstatus gefördert werden, indem sie sich intensiv mit der deutschen Sprache auseinandersetzen, Zugang zu kreativem Arbeiten bekommen und durch die interkulturellen Kontakte einen weiteren Schritt zu ihrer Integration beitragen. Außerdem bekommen sie einen Einblick in das deutsche Kulturgut und bekommen die Möglichkeit, Ausschnitte aus ihrem eigenen Kulturkreis zu präsentieren. Weiter können sie durch das Medium der Kunst ihre Stimme erheben. Den deutschen Schülern wird es durch dieses Projekt neben dem Einsatz ihrer Kreativität ermöglicht, den Flüchtlingen ihre Muttersprache zu vermitteln. Beabsichtigt wird weiterhin, dass sich auch im interkulturellen Kontakt ihr Horizont erweitert.
Projektgruppe Hörspiel (Sonja Tonn):
In dieser Projektgruppe werden ein deutsches und ein afghanisches Märchen in deutscher Sprache aufgenommen. Das deutsche Märchen soll – passend zu ihrem 200. Jubiläumsjahr – aus dem Pool der Grimmschen Märchen gewählt werden, das afghanische suchen die Flüchtlinge aus. Nach der Wahl der Märchen und einer Einführung in die Hörspiel-Theorie werden die Märchen hörspielgerecht umgeschrieben und ihre Umstände inhaltlich eventuell in die Gegenwart der Jugendlichen transferiert. Weiter sollen die Märchen-Charaktere studiert und verteilt werden. Besondere Kreativität wird bei der Wahl der Requisiten zur weiteren akustischen Gestaltung gefordert. Zur Vorbereitung auf die Aufnahmen werden jedes Mal Übungen zur Artikulation und Rollenarbeit sowie Stimmtraining durchgeführt. Um das Ergebnis des Projekts der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sollen die beiden Hörspiele gegen Ende des Jahres 2012 auf einem Hörspielabend sowie in einer eigens durchgeführten Sendereihe über den Offenen Kanal Kiel präsentiert werden.
Projektgruppe Film (Fredo Wulf):
In dem Videoprojekt soll die interkulturelle Begegnung der Schüler und jungen Flüchtlingen dokumentarisch prozesshaft festgehalten und von den Akteuren selbst, unter Anleitung des Dokumentarfilmers Fredo Wulf, erarbeitet werden. In einem einführenden Audio-Video-Workshop werden Kenntnisse des eingesetzten Kamera- und Tonequipments (Muthesius Kunsthochschule) vermittelt und medienpraktisch eingeübt. Das vom ersten Tag an erstellte, dokumentarische Material wird zum Tagebuch der Annäherung von Flüchtlingen und Schülern und schult die Fähigkeit des Hinschauens und Hinhörens.
Fragen von politischer Verfolgung, wirtschaftlicher Not und Armut, sowie Heimatlosigkeit und was Heimat eigentlich ist bzw. bedeuten kann, werden kulturell zwischen den beiden Gruppen gespiegelt, in Bilder umgesetzt und zu einem Drehbuch für einen Dokumentarfilm verarbeitet. Bilder, Drehorte und Gesprächsanordnungen sollen von der Gruppe selbst entwickelt und erarbeitet werden. Ein gemeinsam erstelltes Präsentationsvideo wird nach einem Jahr der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden.
