Bericht über das 1. Kreativseminar 2010
Kreativ sein ist für mich…
… Kreativseminar Nummer 1 auf dem Scheersberg!
von Kerstin Tietgen / Marlo Notrott / Ann- Katrin Weber
Zum dritten Mal schon begaben wir uns aus allen Teilen Schleswig-Holsteins auf zum Scheersberg. Das Hinkommen, ob mit Zug oder im Auto wird immer mehr zur Routine. Auch erwachsen allmählich kleine Traditionen, die die Fahrt oder das Leben im Seminar bestimmen. So haben sich Zimmergenossen gefunden, die gegenseitig Betten reservieren, bis alle da sind. Und es löst allgemeine Freude aus, wenn die Idee aufkommt, Werwolf zu spielen.
Die Vorfreude darauf, Marion, unsere Teamerinnen Linnea und Sina und vor allem alle insgesamt fast 40 FKJ-Kollegen wiederzusehen, die angekündigten sehr guten Verhältnisse zum Schlittenfahren auszuprobieren und in den Werkstätten zu arbeiten, war riesig.
Plastisches Gestalten, Kurzfilme drehen und Musik machen standen als Werkstätten zur Auswahl. Kreativ sein steht vielleicht nicht bei jedem von uns auf der Tagesordnung und so wurden die Werkstätten mit Spannung und Neugier erwartet.
Schon auf den letzten Seminaren gab es viel zu lernen und kennenzulernen. Doch diesmal sollte es
etwas Kreatives sein, das wir selbst gestalten dürfen!
In der Werkstatt Kurzfilm war nach einer kurzen Einleitung von Ingo Mertin mit dem Schwerpunkt „Wie zeige ich wie jemand wahrnimmt was jemand wahrnimmt?“ unsere Kreativität gefragt.
In kleinen Gruppen, eingeteilt nach Inhalten der Filme, wurden wir mit Kameras ausgestattet. Die Aufgaben innerhalb der Gruppen wurden nach Interesse in Regie, Kamera, Maske und Schauspiel unterteilt. Insgesamt hatten wir einen Tag zum Drehen und einen zu Schneiden des Films, bei dem wir den Inhalt und die Umsetzung frei wählen konnten. Hilfestellung von Ingo gab es auf Anfrage. Die meisten Probleme, die sich ergaben, waren aber nicht technischer Natur, sondern zumeist in den unterschiedlichen Meinungen der einzelnen Gruppenmitglieder begründet. Dies mag auch daran gelegen haben, dass es unterschiedliche Herangehensweisen an den Dreh gab. Die einen hatten vorm Drehen einen fertigen Plan dessen, was passiert und wie es gefilmt wird und andere entwickelten ihre Idee während des Filmens.
Alles in allem war die Werkstatt aber ein großer Spaß mit einem großen Erfolgserlebnis bei der Kulturshow am Donnerstagabend.
Die Musikwerkstatt wurde von Rainer
Buschmann geleitet, der sich stark mit Weltmusik insbesondere Klezmermusik beschäftigt. Auf den ersten Blick nicht gerade Musik von der man denkt, dass Jugendliche sie hören oder machen. Auch ich war zunächst skeptisch, wurde jedoch bald von Rainers Faszination angesteckt. Und so ging es glaube ich allen. Oft wurde viel improvisiert. Diese Zeit war stets durch eine ganz besondere Spannung geprägt, die man nur nachempfinden kann, wenn man dabei gewesen ist. Zwischenzeitlich wurden einige Stücke einstudiert, um sie den anderen beim Kulturfest vorzutragen. Laufend wurden neue Rhythmen, Bewegungen und Überleitungen vorgeschlagen und diskutiert, so dass am Ende ein breites kreatives Spektrum zusammenkam. Durch viel Improvisieren und der starken Beschäftigung mit dem Thema Rhythmus hat er uns allen ein ganz anderes Gehör und Gefühl für die Musik mitgegeben.
Eve Wiemer aus Bunsoh in Dithmarschen ist Objektkünstlerin und Bildhauerin. Sie leitete die Werkstatt „plastisches Gestalten“, in der Skulpturen entstanden, die zunächst aus Draht vorgearbeitet wurden. Jeder hat selbstständig gearbeitet und sich ein Objekt ausgedacht. Bei Fragen stand Eve immer mit Rat und Tat zur Seite. Durch das Bekleben des Drahtgerüstes mit Papier und das anschließende Bemalen, erwachten die Skulpturen mehr und mehr zum Leben und beeindruckten am Ende alle. Weil das Papier länger trocknen musste, wurde zwischenzeitlich „Actionpainting“ gemacht. Dabei wurde das Blatt komplett mit Kleister beschmiert und dann bunt bemalt. Durch den Kleister haben sich die Farben besser vermischt und es entstanden völlig neue Muster und Farbkombinationen. Um dem Ganzen einen rhythmischen Aspekt zu verleihen, wurde nebenbei Musik angeschaltet.
Die Seminare stellen etwas ganz Besonderes im Leben eines FSJ lers dar. Wenn knapp 40 kreative Köpfe aus ganz Schleswig Holstein aufeinandertreffen entsteht eine explosive Mischung, die irgendwann in einer kreativen Detonation, dem Kulturfest, endet. Durch die liebevolle und fantasievolle Leitung ist ungewöhnlich schnell eine große Gemeinschaft entstanden. Auf dem Scheersberg hat jeder die Freiheit seiner kreativen Ader freien Lauf zu lassen und durch die fachkundige Anleitung der Werkstattleiter werden immer wieder neue Impulse gegeben.


